Warum feiern wir am 3. Oktober? Die Geschichte eines Feiertags
Der Tag der Deutschen Einheit ist der einzige gesetzliche Feiertag, den der Bund selbst bestimmt hat. Warum es der 3. Oktober wurde — und nicht der 9. November — und was am Feiertag eigentlich gefeiert wird.
Am 3. Oktober 1990, um Mitternacht, trat die DDR der Bundesrepublik bei. Vor dem Reichstag in Berlin wurde die Bundesflagge gehisst, Hunderttausende feierten auf den Straßen. Seitdem ist der 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit — und in einer Woche jährt er sich zum 36. Mal.
Ein Feiertag aus dem Einigungsvertrag
Anders als alle anderen Feiertage in Deutschland, die die Länder festlegen, steht der 3. Oktober im Bundesrecht: Artikel 2 des Einigungsvertrags erklärt ihn zum gesetzlichen Feiertag. Das macht ihn zum einzigen Nationalfeiertag, der in allen 16 Ländern gleichermaßen gilt.
Warum nicht der 9. November?
Der Fall der Mauer am 9. November 1989 wäre der emotionalere Termin gewesen. Doch der 9. November ist in der deutschen Geschichte mehrfach belegt: 1918 die Ausrufung der Republik, 1923 der Hitler-Putsch, vor allem aber 1938 die Pogromnacht gegen die jüdische Bevölkerung. Ein Feiertag an diesem Datum kam deshalb nicht in Frage. Gewählt wurde der Tag, an dem die Einheit rechtlich vollzogen war.
Vorher: der 17. Juni
Bis 1990 hatte die Bundesrepublik bereits einen „Tag der deutschen Einheit": den 17. Juni, in Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR 1953. Mit dem Einigungsvertrag löste der 3. Oktober ihn als Feiertag ab. Der 17. Juni ist seitdem nationaler Gedenktag, aber kein arbeitsfreier Tag mehr.
Was gefeiert wird
Der Feiertag erinnert nicht an einen Sieg oder eine Schlacht, sondern an eine friedliche Revolution und einen Vertrag. Genau das prägt auch die Feiern: kein Militärparaden, sondern ein Bürgerfest, das jedes Jahr in ein anderes Bundesland zieht. 2026 ist Bremen an der Reihe. Warum ausgerechnet Bremen, erklären wir morgen.