36 Jahre Deutsche Einheit: Was der Feiertag heute bedeutet
Der 3. Oktober ist mehr als ein freier Tag. Was 1990 vollendet wurde, was seither zusammengewachsen ist und wo die Unterschiede bleiben — ein Blick auf den Feiertag jenseits der Festbühnen.
Heute vor 36 Jahren hörte die DDR auf zu existieren. Fünf neue Länder traten der Bundesrepublik bei, Berlin wurde wieder eine Stadt. Eine Generation ist seitdem in einem Deutschland aufgewachsen, das sie nur geeint kennt. Für ihre Eltern und Großeltern war die Teilung Alltag.
Eine friedliche Revolution
Die Einheit wurde nicht erkämpft, sondern erdemonstriert: Montagsdemonstrationen in Leipzig, Massenflucht über Ungarn und Prag, der 9. November 1989 in Berlin. Dass all das ohne einen Schuss ablief, ist der eigentliche Grund zu feiern. Das Leipziger Lichtfest erinnert jedes Jahr am 9. Oktober daran; auch heute gibt es dort ein Fest zum Feiertag.
Was zusammengewachsen ist
Autobahnen, Bahnstrecken, sanierte Altstädte, Universitäten, Lebenserwartung, Einkommen: In den meisten messbaren Größen hat der Osten seit 1990 stark aufgeholt. Die Berichte der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit zeichnen Jahr für Jahr dieses Bild. Und in Fragen, die vor dreißig Jahren trennten, ist die Herkunft heute oft zweitrangig.
Was bleibt
Unterschiede gibt es weiter: bei Löhnen und Vermögen, bei der Besetzung von Führungspositionen, bei Wahlergebnissen, im Selbstbild. Der Tag der Deutschen Einheit ist auch deshalb kein reiner Jubeltag, sondern ein Anlass, hinzuschauen. Das Motto des Bremer Festes, „Viele Stärken – ein Land", nimmt genau das auf: Einheit heißt nicht Gleichheit.
Heute im ganzen Land
Gefeiert wird nicht nur in Bremen. Vom Bürgerfest am Brandenburger Tor über das Einheitsbuddeln in Bremerhaven bis zum deutsch-französischen Fest in Saarbrücken — alle Feste, die wir kennen, stehen unter Termine 2026, mit Karte und Umkreissuche. Wer heute Abend in Bremen ist: Die Abendinszenierung an der Weser beginnt nach dem Konzert auf dem Domshof. Schönen Feiertag.